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Streaming

Spotify-Einnahmen erklärt: So kommt das Geld vom Stream zu dir

Wie viel bringt ein Stream? Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen festen Betrag. Hier steht, wie Spotify verteilt, welche Grenze seit 2024 gilt und was du in Österreich anmelden solltest, damit das Geld für deine Songs auch bei dir ankommt.

· 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Spotify zahlt keinen festen Betrag pro Stream, sondern verteilt einen Topf nach dem Anteil an allen Streams – je Land und je Monat.
  • Seit April 2024 bringt eine Aufnahme erst dann Geld, wenn sie in den letzten 12 Monaten mindestens 1.000 Streams hatte – und genug verschiedene Hörerinnen und Hörer.
  • Spotify zahlt nie direkt an Musikerinnen und Musiker, sondern an die Rechteinhaber: Label oder Vertrieb für die Aufnahme, Verlage und Verwertungsgesellschaften für den Song selbst.
  • Für Komposition und Text sind in Österreich AKM und austro mechana zuständig – aber nur für Werke, die bei ihnen angemeldet sind.

Kein fester Betrag pro Stream

Die Frage „Wie viel zahlt Spotify pro Stream?“ ist verständlich, aber Spotify rechnet so nicht. Laut Spotify werden Royalties nicht pro Abspielen ausgezahlt. Stattdessen fließt ein Teil der Einnahmen aus Abos und Werbung in einen Topf, und dieser Topf wird nach Anteilen verteilt.

Die Rechnung dahinter, so wie Spotify sie beschreibt: deine Streams in einem Land, geteilt durch alle Streams in diesem Land, ergibt deinen Anteil am Topf dieses Landes. Das passiert jeden Monat und für jedes Land einzeln. Wie groß der Topf ist, hängt davon ab, was Spotify dort mit Abos und Werbung einnimmt.

Darum ist ein „Betrag pro Stream“, wie er oft genannt wird, nur ein nachträglich gerechneter Durchschnitt. Wie viel tatsächlich bei dir ankommt, hängt außerdem von deinem Vertrag mit Label oder Vertrieb ab.

Die 1.000-Streams-Grenze

Seit April 2024 gilt bei Spotify eine Mindestgrenze: Eine Aufnahme wird erst in die Verteilung der Aufnahme-Royalties einbezogen, wenn sie in den vorangegangenen 12 Monaten weltweit mindestens 1.000 Streams hatte. Dazu kommt eine Mindestzahl an verschiedenen Hörerinnen und Hörern, die Spotify bewusst nicht veröffentlicht, um Manipulation zu erschweren.

  • Jede Aufnahme zählt für sich. Die Grenze gilt je Aufnahme, nicht je Artist oder Album.
  • Nichts wird nachgezahlt. Erreicht ein Song die Grenze, zählen die Streams ab dem Monat, in dem er sie erreicht – nicht die aus den Monaten davor.
  • Es betrifft nur die Aufnahme. Die Grenze gilt für die Aufnahme-Royalties, nicht für die Tantiemen für Komposition und Text.

Wer bekommt das Geld?

Spotify zahlt nicht direkt an Musikerinnen und Musiker, sondern an die Rechteinhaber, und die zahlen nach ihren Verträgen weiter. Dabei gibt es zwei getrennte Wege:

  • Die Aufnahme (der Master): Das Geld geht an das Label oder den Vertrieb, der den Song zu Spotify geliefert hat, und von dort an dich.
  • Der Song selbst (Komposition und Text): Dafür zahlt Spotify an Verlage, Verwertungsgesellschaften und Stellen für mechanische Rechte – je nachdem, in welchem Land gestreamt wurde.

Wer selbst schreibt und veröffentlicht, ist oft beides: Urheber des Songs und Inhaber der Aufnahme. Dann solltest du an beiden Stellen dafür sorgen, dass das Geld ankommt.

In Österreich: AKM und austro mechana

Für Komposition und Text sind in Österreich zwei Verwertungsgesellschaften zuständig. Die AKM nimmt laut eigener Darstellung das Aufführungsrecht, das Senderecht und das Recht der Zurverfügungstellung wahr – also auch, wenn Musik im Internet bereitgestellt wird. Die austro mechana kümmert sich um die mechanischen Vervielfältigungs- und Verbreitungsrechte. Die AKM empfiehlt, beiden beizutreten.

Wer beitreten kann

  • Du komponierst, schreibst Texte oder bearbeitest und arrangierst Musik.
  • Mindestens eines deiner Werke wurde im letzten oder im laufenden Jahr genutzt.
  • Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz in Österreich sind keine Voraussetzung.
  • Eine Band kann nicht als Ganzes beitreten, die einzelnen Mitglieder schon.

Beim Beitritt fällt laut AKM eine einmalige Aufnahmegebühr an, jährliche Gebühren gibt es keine. Die aktuellen Beträge stehen auf der Seite der AKM.

Ohne Anmeldung keine Tantiemen

Ein Werk wird bei der Verteilung erst berücksichtigt, wenn es angemeldet ist. Das geht im Serviceportal der AKM, mit allen Beteiligten und einer Audiodatei. Haben mehrere Leute einen Song geschrieben, sollte ihn jede und jeder Beteiligte anmelden.

Auch der Zeitpunkt zählt: Was bis 15. Jänner eingeht, berücksichtigt die AKM in den Abrechnungen im Juni (AKM) und Juli (austro mechana); was bis 15. Juli eingeht, in den Abrechnungen im Dezember. Wer später meldet, rutscht in die nächste Abrechnung.

Und die Aufnahme?

Für Interpretinnen, Interpreten und Produzenten von Aufnahmen gibt es in Österreich außerdem die LSG (Leistungsschutzrechte). Die Royalties für Streams deiner Aufnahme bekommst du bei Spotify über dein Label oder deinen Vertrieb – siehe oben.

Was du konkret tun kannst

  1. Über einen Vertrieb veröffentlichen, der deine Aufnahmen zu Spotify und den anderen Diensten bringt – und dort die Bedingungen lesen.
  2. Bei AKM und austro mechana beitreten, wenn du Songs schreibst oder Texte verfasst.
  3. Jeden Song im Serviceportal der AKM anmelden, mit allen Beteiligten und rechtzeitig vor den Stichtagen.
  4. Mit allen, die an einem Song mitgeschrieben haben, vorher schriftlich festhalten, wer welchen Anteil hat.

Und wenn du wissen willst, was zwischen Aufnahme und Veröffentlichung passiert: Recording, Mixing, Mastering: Was ist der Unterschied?

Stand: Oktober 2026. Die Regeln können sich ändern; maßgeblich sind die Seiten der Anbieter. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung.

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